2016-12-05

Wenn es zwischen den Generationen funkt

Bis zu fünf Generationen sitzen derzeit in den Unternehmen nebeneinander. Wenn man sie systematisch vernetzt, entstehen enorme Chancen, meint Experte Phil Gwoke im Gespräch mit Pro Carton: Einerseits werden Innovationskraft und Erfahrung der Mitarbeiter viel besser genützt, andererseits können Produkte gezielter auf dem Markt positioniert werden.

Am Arbeitsplatz und auf dem Markt begegnen sich derzeit fünf verschiedene Generationen: Traditionalisten, Baby Boomer, Generation X, Millennials und die sogenannte Generation Y oder Edge. Was eine Altersgruppe motiviert und beflügelt, ist einer anderen möglicherweise gleichgültig. „Die Unterschiede zwischen den Generationen betreffen uns alle. Es geht darum, sich mit jeder auszutauschen und ihrer Stimme Gewicht zu geben“, sagt Phil Gwoke von BridgeWorks, einer der international führenden Spezialisten auf diesem Gebiet.

Pro Carton: Wie kann man eine Vernetzung der Generationen in einer Organisation implementieren?
Phil Gwoke: Eine gesunde Mischung der Generationen ist nicht nur wichtig, um optimal zu arbeiten und neue Ideen zu fördern, sondern sie bestimmt auch das zukünftige Überleben einer Organisation. Das kann nur durch gezielte Gestaltung gelingen. Um die nächste Generation von Mitarbeitern zu gewinnen und zu halten, müssen Unternehmen verstehen, was sich in der Art geändert hat, wie junge Profis engagiert und motiviert werden wollen. Außerdem müssen die Unternehmen Strategien entwickeln, wie sie sich an diese Veränderungen anpassen können, ohne dass sich ältere Mitarbeiter an den Rand gedrängt fühlen oder das Unternehmen seine Identität verliert.

Pro Carton: Stimmt es, dass man vergleichbar einer Supply Chain auch die Generationen vernetzen muss, um verschiedene Expertisen zu respektieren und zu integrieren?
Phil Gwoke: Genauso sollte es sein. Doch das ist nicht so einfach, wie es aussieht. Jedes erfolgreiche Unternehmen weiß, wie wichtig es ist, verschiedene Talente zu vernetzen, um ein Ziel zu erreichen. Die Grundlage für jedes starke Team ist gute Kommunikation. Die Wirtschaft versteht auch, dass man mit Menschen aller Altersgruppen zusammenarbeiten muss, aber oft wird die Zahl der Missverständnisse unterschätzt, die zwischen den Generationen entstehen, und man weiß nicht, auf welche Art sie sich am liebsten vernetzen. Mit verschiedenen Generationen zu zusammenzuarbeiten, kann viel Spaß machen, vor allem, wenn man die andere Generation anerkennt und zu würdigen weiß, wofür sie steht, und ihr ermöglicht, sie selbst zu sein.

Pro Carton: Wie kann man sich zum Beispiel als Traditionalist den jüngeren Generationen öffnen – soll man in die Disco gehen?
Phil Gwoke (lacht): Vielleicht nicht gerade in die Disco, aber man sollte keinesfalls die eigenen Werte bei anderen voraussetzen und sich an einem gewissermaßen „neutralen“ Platz treffen. Der Schlüssel zur Öffnung zwischen den Generationen liegt im Bewusstsein für den Wert, den jede Generation für die Organisation darstellt. Jedes erfolgreiche Geschäft sollte seine Vergangenheit feiern und seine Zukunft gestalten. Ob man nach vorne schaut oder zurück, Barrieren entwickeln sich dann, wenn eine Gruppe glaubt, dass ihre Ansichten, Methoden oder ethischen Einstellungen der einzige Weg zum Erfolg sind. Unternehmen, die die Stärken verschiedener Generationen wirksam nützen, setzen Menschen oder Systeme ein, um den Erfahrungsaustausch in alle Richtungen zu erleichtern, sodass alle profitieren.

Pro Carton: Funktioniert das in jedem Bereich auf ähnliche Art und Weise: im Design, in der Herstellung, im Vertrieb, im Verkauf, im Marketing?
Phil Gwoke: Tatsächlich funktioniert die Vernetzung der Generationen ähnlich wie eine Vernetzung der Supply Chain, beides dient dem Zweck, von verschiedenen Gesichtspunkten zu profitieren, um die Kreativität zu steigern und bessere Lösungen für den Markt zu finden. Die Vorteile einer Belegschaft aus verschiedenen Generationen sind überall gleich. Bewährte Profis bringen ihre Weisheit ein, die sich in jahrelanger Erfahrung angesammelt hat. Jüngere sind bekannt für ihre begeisterte Neugierde, die die Tür für Innovationen öffnet. Die Herausforderungen können jedoch in den Bereichen verschieden sein: Herstellung und Vertrieb müssen sich vielleicht mit interner Kommunkation und dem Feedback zwischen Generationen oder Erwartungen hinsichtlich der Work-Life-Balance auseinandersetzen. Design, Verkauf und Marketing werden eher nach kundenseitigen Antworten suchen, etwa wie sie ihre Produkte herstellen und für eine sich laufend ändernde Konsumentenbasis positionieren sollen.

www.generations.com


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