2017-09-22

Inside the Jury

Neuzugang der Jury in diesem Jahr war Dr. Janet Shipton. Sie kennt den Carton Excellence Award sehr genau – nicht als Jurorin, sondern als Einreichende bei Chesapeake/MPS. Pro Carton sprach mit ihr und mit Peter Klein-Sprokkelhorst, dem Berater der Jury, darüber, wo die Herausforderungen für die Jury liegen und wie man optimal einreicht.

Pro Carton: Was waren Ihre Erwartungen für die beiden Tage Juryarbeit mit den beiden Awards? Fangen wir vielleicht mit dem Young Designers Award an.
Janet Shipton: Aufgrund meiner jüngsten Erfahrungen mit der Einstellung von Absolventen für die Entwicklung von Verpackungen habe ich mir zunehmend Sorgen gemacht, dass es allgemein an jungen Talenten mangelt. Es war relativ einfach, gute Verpackungswissenschaftler und Ingenieure zu finden, aber schwieriger, Absolventen zu finden, die kreative und technische Fähigkeiten mitbringen.
Beim Studentenwettbewerb hoffte ich auf Einreichungen mit kreativem Ausdruck, die auch technische Probleme lösen und Kenntnisse über die Produktionsmöglichkeiten zeigen.
Ich fürchtete, ich würde vor allem hübsche Grafik und schwach ausgearbeitete Konstruktionen zu sehen bekommen und kaum Entwürfe, die die dreidimensionalen und strukturellen Möglichkeiten von Karton zu nützen verstehen.
Beim professionellen Carton Excellence Award hoffte ich auf stimmige und aufregende Verpackungen, die die Eigenschaften von Karton ausnützen. Ich mag kluge Faltschachtelkonstruktionen, aber eine gute Verpackung sollte nicht allein daraus bestehen. Ich erwartete Grafik, Druck, Branding und 3D-Elemente, die gemeinsam eine Marke unterstützen und eine klare, stimmige Verpackung bilden.

Und wie war es dann wirklich?
Shipton: Die Menge der Einreichungen für den Studentenwettbewerb war erstaunlich. Am meisten beeindruckten mich Entwürfe, die überzeugende Lösungen für echte Konsumentenbedürfnisse brachten. Manchmal sahen diese wirkungsvollen Lösungen sehr einfach aus, oft dominierte die Regel „Weniger ist mehr“. Insgesamt fand ich die Qualität der Einreichungen der Studenten sehr aufregend, wobei einige deutlich herausragten. Am Ende der Juryarbeit war ich sicher, dass die Verpackungsindustrie eine glänzende Zukunft hat.

Sprokkelhorst: Beim Einreichen für einen Wettbewerb ist es wie beim Verkaufen: Man will gewinnen. Entscheidend für eine erfolgreiche Einreichung sind Idee, Konzept und ein echter Bedarf bei den Konsumenten. Die meisten Einreichungen haben das in diesem Jahr schon sehr beeindruckend gelöst und sich sehr durchdacht präsentiert. Das Niveau der Einreichungen beim Young Designers Award war großartig und es war wirklich schwer, sie auf eine Shortlist zu reduzieren. Es war eine zeitraubende und anspruchsvolle Aufgabe, aber auch sehr anregend.

Shipton: Beim Carton Excellence Award haben mich Breite und Tiefe der Einreichungen beeindruckt. Herausragende Kategorien waren für mich Pharmaceutical und Drinks, wo echte Innovation und spannende Kartonkonstruktionen gezeigt wurden, die die Marke unterstützen. Mein Gesamteindruck war der einer sehr positiven Erfahrung.

Was würden Sie Einreichern empfehlen?
Sprokkelhorst: Sie werden von einer Gruppe mit verschiedenen und individuellen Bedürfnissen und Anforderungen beurteilt – die Juroren spiegeln die verschiedenen Entscheidungsträger auf dem Weg zum Erfolg wider: Designer, Markenartikler, Händler, und wir alle sind auch Konsumenten. Es ist wichtig, dass man über den gesamten Prozess genau nachdenkt, von der Produktion bis zum Konsumenten, dass man die wichtigsten Element für jeden Abschnitt hervorhebt, den die Faltschachtel auf ihrem Weg zum Erfolg durchläuft, dass man aber auch die USP der Einreichung betont. Und dabei nie vergisst, dass vor allem die Nachhaltigkeit für alle Juroren von großem Interesse ist.

Shipton: Wenn Studenten Fehler machten, dann vor allem darin, dass sie nicht die nötige Forschung betrieben hatten, um den Markt und seine Bedürfnisse zu verstehen. Schon wegen der großen Zahl von Einreichungen ist es wichtig, gute Bilder, Beispiele und Worte zu finden, um das Konzept ohne Umschweife zu beschreiben. Ein physisches Modell ist wichtig, um das Konzept deutlich zu machen.

Sprokkelhorst: Die Einreichungen für den professionellen Carton Excellence Award sind meistens sehr gut aufbereitet. Wichtig ist, dass die Einreicher verstehen, dass es nicht nur um Schönes und Augenfälliges geht, sondern alle Einreichungen nach den verschiedensten Kriterien beurteilt werden: Dazu gehören grafisches und strukturelles Design, Herstellungstechnik, Wirtschaftlichkeit, Ökologie, Innovation, Convenience, Markenbotschaft, Werbewirkung, Verkaufsimpuls u. v. m. Je nach Kategorie werden diese Kriterien auch unterschiedlich gewichtet: Worauf es in Ihrer Branche ankommt, zählt auch für den Wettbewerb!

Shipton: Beim Ausfüllen des Einreichformulars müssen die Einreichenden klarmachen, was die Verpackung zu einem möglichen Gewinner macht. Oft ist die Beschreibung zu lang und hebt die ein oder zwei Dinge nicht klar hervor, die die Verpackung anders und besser machen als alle anderen. Bevor Sie also zu schreiben beginnen, bestimmen sie die herausragenden Eigenschaften der Verpackungen und beschreiben sie genau. Es ist besser, ein oder zwei besondere Features aufzuzählen, oder technische Probleme, die bei dieser besonderen Verpackung gelöst worden sind, als eine lange Liste von Eigenschaften, die auf alle zutreffen!

Dr. Janet Shipton ist eine erfahrene Projektmanagerin, die sich mit der Entwicklung und zeitgerechten Umsetzung komplexer und detaillierter Projekte unter Einhaltung der Budgets auskennt. Packknack ist ein Netzwerk talentierter Berater für Verpackungsforschung, Design-Innovation und Entwicklung.

Peter Klein Sprokkelhorst war Geschäftsführer von Zedek Deventer Holland (das heute zur Smurfit Kappa-Gruppe gehört) und entwickelte das Unternehmen zu einem bedeutenden Display- und Verpackungslieferanten in Europa. 2008 zog er sich zurück, doch ist er mit seinen 45 Jahren Erfahrung nach wie vor als unabhängiger Berater aktiv.


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