Ressourcen-Effizienz

Ressourcen-Effizienz bedeutet, die begrenzten Ressourcen der Erde auf nachhaltige und effiziente Weise zu nutzen. Dies ist eine der größten Herausforderungen, vor denen das gesamte produzierende Gewerbe heute steht.

Die Kartonindustrie nimmt eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit und Ressourcen-Effizienz ein. Die Entwicklung eines umfassenderen Verständnisses des Ressourcenverbrauchs der Branche ist für die Branche und ihre Kunden sehr wichtig. Die europäische Kartonindustrie ist bestrebt, den Anteil der fossilen Energieversorgung zu verringern. Dazu gehört auch die Nutzung eines zunehmenden Anteils von Energie, die aus Nebenprodukten des Produktionsprozesses, d.h. aus erneuerbaren Ressourcen, gewonnen wird.

Verpackung schont unsere Ressourcen

Verpackungen schonen unsere Ressourcen, indem sie Waren effizient schützen und gleichzeitig mehr Ressourcen einsparen, als sie verbrauchen. Wichtige Faktoren für die Schonung unserer Ressourcen sind unter anderem:

  • Die Wahl des Verpackungsmaterials
  • Innovationen bei Verpackungen zur Einbeziehung und Verbesserung ihrer nachhaltigen Eigenschaften
  • Wiederverwendung und Recycling von Verpackungen
  • Energie Effizienz des Herstellungsprozesses

Die Möglichkeit, gebrauchte Verpackungen am Ende ihres Lebenszyklus zu verwerten und zu recyceln, trägt ebenfalls zur Ressourcenschonung bei. Neueste Studien belegen, dass eine Kartonfaser mehr als 25 Mal recycelt werden kann.

Die Ressourcenkategorie Rohstoffeinsatz umfasst lebendes (biotisches) und nicht lebendes (abiotisches) Material. Im Zusammenhang mit den Ressourcen, die für die Herstellung von Kartonverpackungen verwendet werden, umfasst biotisches Material Holzfasern aus dem Wald, die als Rohmaterial für Karton verwendet werden. Eine erneuerbare Ressource. Zu den abiotischen Materialien gehören die fossile Energie, die bei der Verbrennung von Kohle und Gas verbraucht wird, sowie die Mineralien für die Karton- und Faltschachtelproduktion. Diese Ressourcen sind nicht erneuerbar, und die Industrie ist bestrebt, Wege zu finden, um die Nutzung dieser Ressourcen zu reduzieren und/oder sie durch erneuerbare oder umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Ökodesign-Grundsätze, die bei der Herstellung eines Produkts angewandt werden, sollten zu einer effizienten Nutzung von Ressourcen führen.   Für einen Karton gibt es so etwas wie ein "Ende des Lebens" nicht. Kartons sind eine wertvolle Ressource als Rohstoff für neue Verpackungen. Recycling ist der beste Weg, um das Modell der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Die Kompostierung steht an zweiter Stelle, die Verbrennung ist die am wenigsten wünschenswerte Option für die Verwendung von Endverbraucher-Abfällen. Wir wollen, dass das gesamte Fasermaterial in den Herstellungsprozess zurückgeführt wird - jeder Karton zählt!

Ökodesign ist ein wichtiger Aspekt der Ressourcen-Effizienz, der sich auf die Abfallvermeidung und die verbesserte Wiederverwertbarkeit auswirkt.

Das Abfallmanagement ist eine der wichtigsten Triebfedern für Ressourcen-Effizienz, und die Abfallvermeidung steht an erster Stelle. Die Verringerung der im Produktionsprozess von Kartonverpackungen anfallenden Abfallmenge ist seit vielen Jahren ein zentrales Anliegen der Industrie, die die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile der Abfallreduzierung längst erkannt hat.

Die Umweltvorteile der Wiederverwendung von Papier als Sekundärrohstoff werden sehr geschätzt, und die Kartonhersteller arbeiten an der Optimierung seiner Verwendung und damit an der Verringerung des Abfalls. Die Steigerung der Effizienz der Stoffaufbereitung durch Investitionen in moderne Technologien hat zu einer Erhöhung der Rückgewinnung von Altfasern um mehrere Tausend Tonnen pro Jahr und zur Verringerung von Ausschuss im Produktionsprozess geführt.

Die Kartonhersteller haben über viele Jahre daran gearbeitet, ihre Produkte leichter zu machen.  So ist beispielsweise eine Kartonverpackung für Tiefkühlprodukte heute 20% leichter als in den 1970er Jahren. (Quelle: INCPEN)

Die Faltschachtelhersteller arbeiten auch ständig daran, die Menge der verwendeten Materialien zu verringern, und durch clevere Designlösungen konnten erhebliche Einsparungen erzielt werden. Zum Beispiel durch die Reduzierung der Klappen bei Keksfaltschachteln.

Eine gute Wiederverwertbarkeit von gebrauchten Faltschachteln hängt auch von einem guten Ökodesign ab. Die Planungs- und Designphasen von Faltschachtellösungen tragen erheblich zur Abfallvermeidung bei.

Die bewusste Wahl von Hilfsstoffen wie Druckfarben und Beschichtungen ist ebenfalls ein Schlüssel zu gutem Ökodesign.   Bogendruckfarben enthalten bis zu 100% erneuerbare pflanzliche Öle und bieten erhebliche Verbesserungen, einschließlich der Verringerung der VOC-Emissionen (flüchtige organische Verbindungen). Die Verarbeiter erzielen erhebliche Einsparungen beim Energieverbrauch durch schnelles Aushärten während des Druckprozesses oder reduzierten Papierabfall durch schnelles Anfahren der Produktion.

Die europäische Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie ist führend in der nachhaltigen Energienutzung. Der Großteil der in der Branche verwendeten Primärenergie basiert auf Biomasse, wobei die Holznebenprodukte erneuerbare Energie in Form von Strom und Dampf für den Herstellungsprozess liefern.

Die Industrie ist der größte Erzeuger und Verbraucher von Energie auf der Basis von Biomasse, was dazu beiträgt, den Einsatz nicht erneuerbarer Energiequellen wie Öl, Kohle oder Gas auf fossiler Basis zu vermeiden. Dies bedeutet auch, dass die Industrie kohlenstoffeffizienter ist.

Über 90% der europäischen Kartonfabriken haben Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) installiert, die hauptsächlich auf Biomasse und Erdgas basieren. Sowohl die erzeugte Energie als auch die Wärme werden in den Kartonfabriken genutzt. Ihr Energieverbrauch sank zwischen 2010 und 2018 um 10,5%.

Biomasse ist biologisches Material, das von lebenden Organismen stammt und eine erneuerbare Ressource ist. Energie aus Biomasse wird durch die Verarbeitung von biologischem Material, in der Regel Pflanzenmaterial, gewonnen. In der Kartonindustrie fällt beim chemischen Aufschluss von Holzfasern ein Nebenprodukt an, das als Energiequelle für den Aufschlussprozess genutzt wird. In integrierten Kartonfabriken, in denen sowohl Zellstoff als auch Karton am selben Standort hergestellt werden, liefern die Holznebenprodukte Energie in Form von Strom und Dampf für den Herstellungsprozess. Diese Energiequelle ist somit erneuerbar und nachhaltig.

Die Kartonfabriken leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Energieversorgung durch Biomasse. In den Kartonfabriken werden Investitionen getätigt, um alle fossilen Kohlenstoffemissionen vollständig zu eliminieren, indem die Energieversorgung von fossilen Brennstoffen wie Erdgas auf Biotreibstoffe umgestellt wird. Die gesamte Produktion wird dann mit Biobrennstoffen betrieben, und die Kartonfabriken werden sich selbst mit Strom und Wärmeenergie in Form von Dampf versorgen.

Wasser ist ein wesentliches Element für die Papier- und Kartonherstellung. Wasser wirkt als Bindemittel zwischen den Fasern und wird im Produktionsprozess für den Transport, die Reinigung, als Lösungsmittel, als Energieträger in Form von Dampf und zur Kühlung von Prozesseinheiten benötigt. Wasser wird verwendet:

  • zur Verarbeitung von Chemikalien - Kartonfabriken verwenden Wasser zur Vorbereitung und Verdünnung von Chemikalien
  • als Kühlmittel - wird in verschiedenen Bereichen des Produktionsprozesses eingesetzt
  • als Transportmedium - die Fasern werden in Wasser durch den Produktionsprozess transportiert. Wenn der Zellstoff die Kartonmaschine erreicht, ist er 99% Wasser und der größte Teil dieses Wassers wird wiederverwendet.
  • zur Dampferzeugung - der Dampf wird zur Beheizung der Prozessanlagen, einschließlich der Trockenzylinder der Kartonmaschine, verwendet

Wasser wird in der Regel von einer Kartonfabrik aus einer nahegelegenen Oberflächenquelle wie einem See oder Fluss entnommen. 95% des in der europäischen Industrie verwendeten Wassers wird vor Ort gereinigt und wiederverwendet. Alle Abwässer werden vor Ort gemäß den europäischen Vorschriften und Normen gereinigt, bevor sie in die Umwelt zurückgeführt werden. Mehr als 90% des im Produktionsprozess verwendeten Wassers werden gereinigt und in die Umwelt zurückgeführt.  Die Papier- und Kartonfabriken arbeiten daran, den Wasserverbrauch weiter zu senken. Das Wasser im Produktionsprozess wird mehrfach gereinigt und wiederverwendet. Alle Produktionsprozesse minimieren den Einsatz von Frischwasser. Das Ergebnis der letzten zwei Jahrzehnte war Reduzierung der Süßwasserentnahme um 20% in der Gesamtmengeeinen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt.

Die Methoden der Wasseraufbereitung vor der Einleitung aus der Kartonfabrik sind je nach den örtlichen Gegebenheiten von Standort zu Standort unterschiedlich und werden durch Umweltgenehmigungen geregelt.

  • Mechanische Behandlung: Abgeleitetes Wasser wird in kontrollierte Bereiche geleitet, wo Faserpartikel zu Boden sinken und vollständig entfernt werden, bevor sauberes Wasser wieder in die Umwelt eingeleitet wird.
  • Biologische Behandlung: Organische Substanzen, die sich im abfließenden Wasser befinden, werden mit Hilfe von Mikroorganismen abgebaut, ähnlich dem natürlichen Prozess. Nur sauberes Wasser verlässt die Fabrik.
  • Chemische Behandlung: Das Abwasser wird mit Chemikalien behandelt, die eine Ausfällung der Verunreinigungen bewirken, woraufhin diese vollständig mechanisch entfernt werden. Das Wasser wird regelmäßig im Labor kontrolliert, bevor es wieder in die Umwelt eingeleitet wird.

Der Gedanke, einen Fußabdruck für den Wasserverbrauch zu erstellen, wird immer wichtiger, und ebenso wie Kohlenstoff ist auch Wasser eine Ressource, über die die Papier- und Kartonindustrie Rechenschaft ablegen muss. Die Bewertung des Wasserverbrauchs ist eine noch größere Herausforderung als die Messung des CO2-Fußabdruck. Um sich darauf vorzubereiten, ist die Confederation of Paper Industries (Cepi) Mitglied des Water Footprint Network und anderer verwandter Verbände, die einen Beitrag zur Entwicklung einer Methodik leisten und Erfahrungen aus der Forstzertifizierung weitergeben wollen.

Im Jahr 2008 entwickelte CEPI neue Definitionen für die Wassernutzung mit einer lokalen Perspektive und erstellte ein Profil des für die Herstellung von Zellstoff- und Papierprodukten in seinen Mitgliedsländern verwendeten Wassers. Im Jahr 2019 aktualisierte CEPI dieses Profil und stellte fest, dass die Mitgliedsunternehmen etwa 3345 Millionen M3 entnommen haben, im Vergleich zu 3710 Millionen M3 im Jahr 2012 und 4.000 Millionen M3 im Jahr 2008, und dass 93% des verwendeten Wassers in guter Qualität in die Umwelt zurückgeführt wurden.

Lebenszyklus von Karton ...