2017-12-11

Pro Carton stellt die geplante Kunststoffstrategie der EU infrage

Die Europäische Kommission arbeitet an einer Kunststoffstrategie, um das Problem der Plastikabfälle in den Meeren und auf den Straßen zu lösen. Offiziell wurde sie noch nicht veröffentlicht, aber die Medien haben über einen Entwurf berichtet, der bei Papierverpackungs-Verbänden, einschließlich Pro Carton, große Besorgnis ausgelöst hat.

Der Strategieentwurf enthält einige äußerst problematische Punkte:

  • das Risiko, dass die Strategie isoliert und ohne Bezug auf andere Materialien entwickelt wird, denn jede Strategie, die sich auf Kunststoff konzentriert, wird unweigerlich Folgewirkungen haben.
  • dass die Strategie anscheinend die Entwicklung technischer Innovationen finanziell fördern möchte, um Kunststoff zu unterstützen, obwohl dies schwerwiegende Folgen für den Wettbewerb haben würde, indem Kunststoff einseitig bevorzugt wird.
  • und dass die Strategie anscheinend die Gelegenheit auslässt, die Ressourceneffizienz voranzutreiben und vom Einsatz einer nicht erneuerbaren Ressource abzugehen, um eine Kreislaufwirtschaft mit geringen Kohlenstoffemissionen zu verwirklichen.

Gemeinsam mit anderen Papierverpackungs-Verbänden hat Pro Carton einen Brief an den Ersten Vizepräsidenten Frans Timmermans unterzeichnet, der unsere Besorgnis erläutert. Der gesamte Text betont, dass es nachhaltigere Materialien gibt als Kunststoff und dass die Europäische Kommission die Industrie dazu anregen sollte, nachhaltigere, erneuerbare Materialien für ihre Verpackungen zu wählen.

In Großbritannien hat unterdessen der Kanzler in seiner Rede zum Budget für Anfang 2018 Überlegungen dazu angekündigt, wie das Steuersystem und Gebühren für Einmalverpackungen aus Kunststoff den Abfall reduzieren könnten. Dies ist auch deshalb eine besonders interessante Entwicklung, weil der Entwurf der EU mögliche Steuern auf Kunststoff auszuschließen scheint.

Pro Carton unterstützt die Entscheidung für wirksame Maßnahmen zum Wandel und bestärkt nicht nur die Regierung Großbritanniens, sondern auch die gesamte EU-Kommission darin, ihren Einfluss geltend zu machen, damit Markenartikelindustrie, Handel und Konsumenten gemeinsam einem der größten Umweltprobleme unserer Gesellschaft begegnen. Schon heute liegt es in der Verantwortung von Markenartikelindustrie und Produzenten, ihren Verpflichtungen gegenüber der Umwelt nachzukommen und und sich für umweltfreundlichere Verpackungsmaterialien zu entscheiden, ganz gleich, wie diese Überlegungen ausgehen.

Die europäische Strategie für „Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“ soll im Dezember veröffentlicht werden, und während wir dies schreiben, wissen wir noch nicht, wie die Kommission auf die vielen Argumente reagieren wird, die Pro Carton und die anderen Papierverpackungs-Verbände eingebracht haben.


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