2019-12-10

Vom Schreibtisch des Geschäftsführers

Es ist zweifelsohne eine interessante Zeit, um in der Verpackungsindustrie zu arbeiten. Die Kartonindustrie profitiert allmählich davon, dass sich viele sukzessive von gewissen Kunststoffen abwenden. Zu den bekanntesten gehören Guinness und Heineken, die angekündigt haben, dass sie von Mehrfachverpackungen aus Kunststoff abgehen und sie durch Kartonlösungen ersetzen werden. McDonalds hat seine globale „Better M“-Plattform eingeführt, ein umfassendes Programm zur Entfernung und Minimierung von Kunststoff und zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen in ganz Europa. Coca Cola hat eine Investition in Höhe von 15 Millionen Euro in KeelClip™ Verpackungsmaschinen angekündigt, einschließlich einer großen Umrüstung in ihrem Werk in Dongen in den Niederlanden. Im Rahmen dieser Initiative wird Coca Cola bis Ende 2021 alle seine Dosen-Multipacks auf allen Märkten der Europäischen Union von der Schrumpffolie befreien und durch Kartonlösungen ersetzen. Diese Umstellung soll 2.000 Tonnen Kunststoff und 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Die KeelClip™ wird für alle Dosen-Multipacks mit bis zu acht Dosen eingesetzt, größere Dosen-Multipacks werden in einer Kartonpackung zusammengefasst.

Meiner Meinung nach werden hier zwei Kernpunkte deutlich. Zum einen sind die großen Marken eindeutig bestrebt, zu nachhaltigeren und jedenfalls recycelbaren Verpackungsmaterialien überzugehen, andererseits brauchen diese Änderungen Zeit, da sie oft erhebliche Investitionen und Änderungen an bestehenden Verpackungslinien erfordern. Man könnte hier an ein Sprichwort aus dem 16. Jahrhundert denken: „Alles kommt zu dem, der warten kann.“

Die Debatte über die Definitionen von Einweg-Kunststoffen (die Single Use Plastic (SUP)-Richtlinie ist im Juli dieses Jahres in Kraft getreten) und die Recyclingfähigkeit von Multimaterialverpackungen verschiedener Art wird ohne größere Konsequenzen oder Klarheit fortgesetzt. Die Entwicklungen der letzten Zeit sind teils ermutigend, teils Anlass zur Sorge. In Großbritannien beispielsweise scheinen CPI (Confederation of Paper Industries) sowie WRAP (Waste and Resources Action Programme) und OPRL (On-Pack Recycling Label) einen realistischeren Standpunkt zur Recyclingfähigkeit von barrierebeschichtetem Karton einzunehmen, was gut und sinnvoll ist.

Gleichzeitig wurden in Frankreich im Nachhaltigkeitsausschuss des französischen Parlaments kürzlich zwei Novellierungen angenommen, die alle Einwegverpackungen (nicht nur Einweg-Plastik) ab dem 1. Januar 2023 für den Konsum im Geschäft verbieten! Die Änderungsanträge können im Plenum im Dezember und bei der Abstimmung im Senat noch immer durchfallen, aber es ist bedenklich, dass eine so pauschale und unnötige Gesetzgebung überhaupt in Betracht gezogen wird.

Interessante Zeiten – in der Tat.


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