Brüssel, 15. Dezember 2021

Die Europäische Kommission hat ein Legislativpaket zur Dekarbonisierung des Gasmarktes veröffentlicht. Es befasst sich mit der Herausforderung, erneuerbare und kohlenstoffarme Gase in den bestehenden Gasmarkt zu integrieren. Dies ist eine gute Nachricht für die Forstfaser- und Papierindustrie. Unser Sektor investiert bereits massiv in die Ökologisierung seiner Energiebeschaffung und ist mit einem Anteil von 62% an seiner Energie der größte industrielle Erzeuger und Verbraucher erneuerbarer Energien in Europa.

Mit dem Paket sollen regulatorische Hindernisse für die Entwicklung eines Marktes für kohlenstoffarme und erneuerbare Gase beseitigt werden, einschließlich der Zertifizierung neuer kohlenstoffarmer Gase. Biogas, Biomethan, synthetisches Methan und Wasserstoff sind solche Alternativen zu Erdgas. Das Paket bietet einen Weg für dessen schrittweisen Ausstieg bis 2050.

Die Forstfaser- und Papierindustrie begrüßt die Pläne, den Zugang zu allen erschwinglichen erneuerbaren und kohlenstofffreien Gasen zu erleichtern, um ihren Energiebedarf zu decken. Kurzfristig sollte das Gaspaket das verhindern, was oft als Faktor für die derzeitige Energieknappheit genannt wird, nämlich die geringe Zirkulation von Gas über bestimmte europäische Grenzen, die erleichtert werden muss. Die Schaffung eines liquiden und wettbewerbsfähigen Gasmarktes ist von entscheidender Bedeutung. Zu diesem Zweck müssen die Tarife für grenzüberschreitende Verbindungsleitungen und die Senkung der Tarife an den Einspeisepunkten abgeschafft werden.

Für alle Papier-, Zellstoff- und Recyclingfabriken sollte der Zugang zu bestehenden Verteilernetzen durch die neuen Rechtsvorschriften erleichtert werden. Dies wird unseren Sektor weiter unterstützen, der im Rahmen des EU-Green Deal enorme Entwicklungsmöglichkeiten für die Dekarbonisierung sieht. Insbesondere Akteure der Bioökonomie wie der Forstfaser- und Papiersektor haben das Potenzial, Biogas vor Ort zu produzieren, um ihre Wärmeerzeugung und Energienutzung zu dekarbonisieren und anderen Sektoren Lösungen anzubieten.

Zitat: "Für eine Industrie, die erneuerbare und recycelte Produkte anbietet, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Energie, die unsere Prozesse antreibt, immer sauberer wird. Dies ermöglicht es uns, das Versprechen der Bioökonomie zu erfüllen. Die Unternehmen unseres Sektors haben in den letzten Jahrzehnten konsequent in Energieeffizienz und erneuerbare Energien investiert, und zwar in einem Ausmaß, das von anderen verarbeitenden Sektoren in Europa nicht erreicht wurde. Indem wir schrittweise als Prosumenten erneuerbarer Energien agieren, können wir auch anderen Sektoren wie der Mobilität, dem Wohnungsbau, anderen Branchen und der Gesellschaft bei der Dekarbonisierung helfen." Jori Ringman, Cepi-Generaldirektor