2017-07-03

Update zu Regulatory Affairs

Pro Carton konzentriert sich bei den Regulatory Affairs auf zwei Themen: das Gesetzespaket zur Kreislaufwirtschaft und die Umweltpolitik im Zusammenhang mit Lebenszyklusanalysen.

Kreislaufwirtschaft

Pro Carton beobachtet den Fortschritt der Europäischen Kommission in Bezug auf Gesetzesvorschläge zur Kreislaufwirtschaft, um ihre möglichen Auswirkungen auf die Faltschachtelindustrie zu beurteilen. Pro Carton agiert dabei gemeinsam mit anderen Papierverpackungsverbänden in Brüssel, um negative Auswirkung im Bedarfsfall zu minimieren.

Der legislative Prozess im Bezug auf die Kreislaufwirtschaft ist, was Faltschachteln betrifft, nahezu abgeschlossen. Die ursprünglichen Vorschläge der Kommission wurden im Dezember 2015 präsentiert und von den Mitgliedern des Europäischen Parlaments ausführlich diskutiert. Das Europäische Parlament nahm schließlich am 14. März dazu Stellung. Auch der Ministerrat besprach die Vorschläge und einigte sich am 19. März. Dadurch wurde der Weg geebnet für Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission, dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament, um eine Vereinbarung zu treffen. Diese dreiseitigen Verhandlungen laufen derzeit hinter verschlossenen Türen und sollen bis Ende Oktober 2017 dauern.

Die Verhandlungen werden voraussichtlich schwierig, weil die verschiedenen Institutionen bezüglich wesentlicher Fragen sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten. So schlägt die Europäische Kommission für Verpackungen aus Papier und Karton ein minimales Recycling-Ziel von 75 Prozent im Jahr 2025 vor, während das Europäische Parlament ein minimales Ziel von 90 Prozent fordert und der Ministerrat 70 Prozent. Eine entscheidende Frage, die alle Recycling-Ziele betrifft und auf die man sich einigen muss, ist, wo der Punkt ist, ab dem Recycling tatsächlich stattfindet, damit es messbar wird. Die Papierverbände unterstützen die Ansicht, dass „echtes Recycling“ nur am Beginn des letzten Recyclingprozesses stattfindet.

Gemeinsam mit anderen Verbänden der Verpackung auf Papierbasis in Brüssel hat Pro Carton ein Positionspapier über die wichtigsten Themen der Gesetzgebung entwickelt, die Verpackungen auf Papierbasis betreffen. Dieses Positionspapier wurde Mitgliedern der Kommission und des Europäischen Parlaments während dieses Prozesses präsentiert und mit ihnen besprochen. Pro Carton arbeitet auch gemeinsam mit dem Packaging Chain Forum, das die gesamte Wertschöpfungskette der Verpackung repräsentiert. Ein Hauptziel dieses Forums ist, die freie Bewegung verpackter Waren in der Europäischen Union zu bewahren, die derzeit durch eineÄnderung der gesetzlichen Basis der Richtlinie für Verpackung und Verpackungsabfall bedroht ist, den der Ministerrat vorgeschlagen hat. Gemeinsam mit 66 Verbänden im Verpackungsbereich hat Pro Carton eine Stellungnahme der Industrie unterzeichnet, um die Unterhändler bei den dreiseitigen Gesprächen auf die Gefahren einer Änderung der legalen Basis aufmerksam zu machen.

 

Lebenszyklusanalyse und Carbon Footprint

Pro Carton bereitet derzeit gemeinsam mit der CITPA, dem Europäischen Verband der Papier- und Kartonverarbeiter, eine Methodik vor, die den letzten ISO- und europäischen Standards entspricht und einen wissenschaftlich glaubwürdigen Weg aufzeigen wird, wie die Papierverpackungsindustrie ihre Umweltvorteile darstellen kann.

Pro Carton erarbeitet alle drei Jahre einen Umweltdatenbericht der wichtigsten Umwelteinflüsse bei der Erzeugung von bedruckten Faltschachteln, der Lebenszyklus-Experten auf Wunsch zur Verfügung gestellt wird. Die CITPA-Methodik soll noch vor der Sommerpause fertiggestellt werden. Pro Carton wird sie dann auf Daten von Karton- und Faltschachtelproduzenten anwenden, um ein Bild von der aktuellen Umweltperformance der Branche zu erstellen. Mit diesen Daten wird Pro Carton auch eine aktuelle Zahl zum Carbon Footprint errechnen können, der den Durchschnitt der europäischen Industrie für die Produktion von bedruckten Faltschachteln wiedergeben wird.


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