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Nachhaltigkeit

Wasserverbrauch

Wasser in der Kartonproduktion

Wasser ist ein essenzielles Element in der Papier- und Kartonerzeugung. Es fungiert als Bindeglied zwischen den Fasern und im Produktionsprozess, es wird benötigt für Transport, zur Reinigung, als Lösungsmittel sowie als Energieträger in Form von Dampf und in den Kühleinheiten.

Einsatz von Wasser

  • um Chemikalien zu verarbeiten – Kartonfabriken brauchen Wasser zum Vorbereiten und Lösen von Chemikalien.
  • als Kühlmittel – Wasser wird in verschiedenen Teilen der Anlage gebraucht.
  • als Transportmittel – Fasern können im Wasser durch den Produktionsprozess getragen werden. Wenn der Zellstoff die Kartonmaschine erreicht, besteht er zu 99 % aus Wasser, das dann wiederverwendet wird.
  • zur Dampferzeugung – Dampf wird zur Erhitzung der Verarbeitungsanlagen benötigt z.B.: für Trocknungszylinder in der Kartonmaschine.

zum Säubern und Verdichten – ein großer Teil des Frischwassers wird in dieser Produktionsphase benötigt

Wasserbehandlung

Mit welchen Methoden das Wassers vor dem Ablassen aus der Anlage behandelt wird, ist von Ort zu Ort unterschiedlich, abhängig von lokalen Umständen und geregelt durch Umweltgenehmigungen.

  • Mechanische Behandlung: Ablaufwasser wird in Becken geleitet, wo Partikel, vor allem Fasern, absinken und entfernt werden.
  • Biologische Behandlung: Organische Substanzen im Ablaufwasser werden mithilfe von Mikroorganismen aufgebrochen, ähnlich wie in der Natur.
  • Chemische Behandlung: Abflusswasser wird mit Chemikalien behandelt, die dafür sorgen, das Verunreinigungen ausfallen und mechanisch entfernt werden können.

Wasser wird normalerweise aus einer nahen Oberflächenquelle wie einem See oder Fluss entnommen. 95 % des in der Industrie eingesetzten Wassers werden vor Ort gereinigt und wiederverwendet. Das gesamte Abwasser wird im Werk nach europäischen Richtlinien und Standards gereinigt, bevor es in die Umwelt entlassen wird. Die Unternehmen arbeiten daran, den Einsatz von Prozesswasser zu reduzieren, weil dies sowohl ökonomisch wie ökologisch sehr sinnvoll ist. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ging der Trend in Richtung Verminderung der Frischwasserentnahme um 20 %.

Water Footprint

Die Idee, einen Fußabdruck für den Einsatz von Wasser zu berechnen, gewinnt ebenso viel Bedeutung wie beim Kohlenstoff, denn Wasser ist die nächste Ressource, die die Papier- und Kartonindustrie bilanzieren muss. Die Berechnung des Wasserverbrauchs stellt eine größere Herausforderung dar als jene des Kohlenstoffs. In Vorbereitung darauf ist die Confederation of European Paper Industries (CEPI) dem Water Footprint Network und anderen verwandten Institutionen beigetreten, um zur Entwicklung der Methode beizutragen und Erfahrungen aus der Waldzertifizierung zu teilen. Die CEPI hat 2008 neue Definitionen für den Wasserverbrauch aus lokaler Perspektive entwickelt und ein Profil für den Wassereinsatz in der Produktion von Zellstoff- und Papierprodukten in ihren Mitgliedsländern geschaffen. Sie hat dieses Profil 2012 aktualisiert und herausgefunden, dass die Mitgliedsunternehmen etwa 3,71 Millionen Kubikmeter Wasser aus Oberflächen- und Grundwasserquellen entnommen haben, verglichen mit 4 Millionen Kubikmetern im Jahr 2008. 2012 wurden 92,3 % dem Oberflächenwasser rückgeführt, und zwar sauberer als zuvor.

Die Methode des Water Footprint

Derzeit werden Erfassungsmethoden entwickelt, darunter auch ein ISO-Standard, um global harmonisierende Regeln sicherzustellen. In der Diskussion definiert das Water Footprint Network den Water Footprint als „das gesamte Volumen an Frischwasser, das verwendet wird, um die Güter und Dienstleistungen zu erzeugen, die von Einzelnen oder der Gemeinschaft konsumiert oder von Unternehmen erzeugt werden.“ Wasserbilanzen unterscheiden zwischen:

  • Entnahme von Wasser aus Flüssen, Seen und wasserführenden Schichten (Oberflächen- und Grundwasser) für den Einsatz in der Industrie („blaues Wasser“)
  • Regenwasser für die Landwirtschaft („grünes Wasser“)
  • Wasser aus der Industrie („graues Wasser“)

Die Berechnung des Fußabdrucks von „grünem Wasser“ ist für Produkte auf Papierbasis von besonderer Bedeutung, denn dabei geht es um die Beziehung zwischen dem Rohmaterial aus den Wäldern und dem Regenwasser. Derzeit läuft eine Diskussion über die Abgrenzung eines „grünen“ Water Footprints, doch die CEPI (Confederation of European Paper Industries) ist der Ansicht, dass zwischen der Wasserbilanz von Wäldern und dem Waldanteil eines Water Footprints von Produkten auf Papierbasis klar unterschieden werden muss. Der Anteil eines „grünen“ Water Footprint an einem Produkt auf Papierbasis sollte enthalten:

  • den Unterschied zwischen dem Wasserhaushalt eines unbewirtschafteten Waldes (oder eines für andere Zwecke bewirtschafteten Waldes) und eines Waldes, der als Quelle für Produkte auf Papierbasis genutzt wird
  • den Anteil des Waldes, der tatsächlich geerntet wird, und davon jenen Teil, der zur Herstellung von Produkten auf Papierbasis genutzt wird (Die Industrie benötigt nur Bäume mit geringem Durchmesser und Ausdünnungen. Andere Nutzer sind die Holzindustrie und die Biomasseindustrie.)
  • die Bedeutung des Recycling von Produkten auf Papierbasis einschließlich Kartonverpackungen (Fasern aus Karton können fünf bis sechs Mal recycelt werden, ohne das Wasser im Wald zu belasten.)

Allgemein wird anerkannt, dass ein Water Footprint nicht wie ein Carbon Footprint ist. Ein Water Footprint bezieht sich immer speziell auf Zeit und Ort, an dem der jeweils gemessene industrielle Prozess stattfindet. Indikatoren, die nur das Volumen des eingesetzten Wassers erfassen, sind potenziell irreführend, weil sie den Einfluss auf die örtliche Umwelt nicht korrekt wiedergeben. Ein Water Footprint sollte daher deutlich unterscheiden:

  • die „blauen“ und „grauen“ Komponenten auf Werksebene
  • den Nettoeinfluss auf das Wasser in den Wäldern („grünes Wasser“)

 

Der Water Footprint von Faltschachteln

Die wichtigsten Parameter des Water Footprints von Faltschachteln sind die Stärke des verwendeten Kartons und die Art der gewählten Druckfarbe.