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Nachhaltigkeit

Wiedergewinnung und Recycling

Das Recycling von Papier und Karton ist sowohl ökologisch wie ökonomisch sinnvoll. Es bedeutet effizienten Einsatz von Rohmaterial aus den Wäldern, Verringerung von Abfall und Einsparung von Energie. Es spielt auch bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen aus Deponien eine Rolle.

 

Was Wiedergewinnung und Recycling bedeuten

Zur Wiedergewinnung gehören das Sammeln von Altpapier und Altkartons sowie die Lieferung an eine Verarbeitungsanlage – auch der Recyclingprozess kann gemeint sein.

Recycling ist die Wiederverarbeitung von wiedergewonnenem Papier und Karton, einschließlich der Kompostierung. Recyling ist, wenn ein Produkt seine ursprüngliche Funktion erfüllt hat und zu einem neuen, nützlichen Material wiederverarbeitet wird.

In der Papier- und Kartonindustrie gab es immer eine Infrastruktur zur Wiedergewinnung, das Recycling von Papier und Karton geht der modernen industriellen Zeit voraus. Vor dem Einsatz von Holz als Rohmaterial bestand das wichtigste Rohmaterial auf Zellstoffbasis jahrhundertelang aus Fasern von entsorgtem Leinen (Flachsfasern).

Recycling von Faltschachteln

Faltschachteln können durch Wiederverarbeitung in einer Anlage recycelt werden, wo die Fasern getrennt werden. Aus den wiedergewonnenen Fasern werden Karton und andere Papier- und Kartonprodukte hergestellt. Alternativ können die Fasern kompostiert werden – ein Vorgang, der auch als „organisches Recycling“ bezeichnet wird. Wenn das Recycling nicht mehr möglich ist, kann die enthaltene Energie in einer Müllverbrennungsanlage wiedergewonnen werden.

Damit Recycling stattfinden kann, muss der Verpackungsabfall wiedergewonnen, also gesammelt und einer entsprechenden Anlage zugeführt werden. Bei Abfall, der während der Produktion entsteht, ist das relativ einfach, zum Beispiel bei Verschnitt aus der Karton- und Faltschachtelerzeugung. Doch der meiste Karton wird wie alle anderen Papierprodukte in der Gesellschaft verteilt, daher erfordert die Wiedergewinnung eine spezielle Infrastruktur. Karton wird entweder zu Hause getrennt oder an einem anderen Entsorgungsort gesammelt oder zu einer Sammelstelle getragen. Die größten Anteile an der Papiersammlung haben im Allgemeinen Handel und Industrie mit 50 %, Haushalte mit 40 % und Büros mit 10 %. Wachstumspotenzial gibt es noch bei den Haushalten, industrielle Quellen sind zum größten Teil bereits ausgenützt.

Voraussetzung für die wachsende Sammlung von verwertbarem Papier und Karton in Haushalten ist die Qualität der Sammelsysteme. Getrennte Sammlung erhöht die Qualität des wiedergewonnenen Papiers.

Die Deponierung von mehr Papier und Karton durch getrennte Sammlung für das Recycling zu vermeiden ist ein wichtiger Beitrag zum Ziel von 65 % biologisch abbaubaren Materials, das bis 2016 nach der Deponierichtlinie der EU wiedergewonnen werden sollte. Papier und Karton werden auch eine wichtige Rolle dabei spielen, das EU-Ziel von 50 % Recycling der Haushaltsabfälle bis 2020 zu erreichen.

Papier und Karton sind das am meisten recycelte Verpackungsmaterial in der EU, mit einer Recyclingrate von 81,3 % – auf der Basis von Daten der Confederation of European Paper Industries (CEPI).

Etwa 60 % der Faltschachteln in Europa werden aus recyceltem Karton hergestellt.

Europäische Erklärung zum Papierrecycling

Im Jahr 2000 hat die Papierindustrie eine freiwillige Initiative beschlossen, die Recyclingrate bis 2005 von 49 % auf 56 % zu steigern. Dies wurde erreicht und eine neue Verpflichtung für eine Recyclingrate von 66 % bis 2010 in 29 europäischen Ländern (EU 27 + Norwegen und Schweiz) wurde eingegangen.

Dieser Trend setzte sich fort und die Papier- und Kartonindustrie hat sich nach wie vor dem ehrgeizigen Ziel verpflichtet, das Recycling in Europa kontinuierlich zu steigern. Im Jahr 2013 verkündete das European Recovered Paper Council die beeindruckende Recyclingrate von 71,7 % für Papier und Karton im Jahr 2012. Die Menge von recycelten Papier in Europa ist 1,5 Mal höher als 1998.

Wiedergewonnene Fasern

Alle wiedergewonnenen Fasern, auch jene aus wiedergewonnenen Papier und Kartonverpackungen, umfassen etwa 50 % der Fasern, die in der Papier- und Karton verarbeitenden Industrie weltweit verwendet werden. Die Menge an wiedergewonnen Fasern beträgt etwa 150 Millionen Tonnen pro Jahr. Verpackungsabfall, einschließlich Faltschachtelabfall, ist daher nicht die einzige Quelle für Fasern aus Recycling in Europa. Andere wichtige Quellen sind Wellpappe, Zeitungspapier und Magazine, Büropapier und allgemeine Papierabfälle aus Druckereien.

Um Wiedergewinnung und Recycling von Verpackungen in Europa zu steigern, setzt die Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle 94/62/EC Ziele für die Mengen von Verpackungsabfall, einschließlich jener von Verpackungen auf Basis von Papier und Karton.

 

Qualität der wiedergewonnenen Fasern

Die Qualität der wiedergewonnenen Fasern hängt von einer Reihe von Faktoren ab: ob sie lang oder kurz sind, wie sie ursprünglich vom Holz getrennt wurden, ob sie gebleicht wurden und in welchem Ausmaß sie mit anderen Materialien in Verbindung kamen, etwa Beschichtungen, Farbe, Kunststoff, Nassfestharzen und Klebstoffen.

Die Qualität der Fasern hängt also von der ursprünglichen Trennung und Behandlung ab, wie sie zu Papier oder Karton verarbeitet wurden, und schließlich davon, wie diese Produkte verwendet wurden.

Die Qualität der Fasern reicht von Ersatzqualitäten für Frischfasern (unbedruckte weiße Verschnitte), Büroabfall, Zeitungsabfällen, braunen (ungebleichten) Verpackungen bis zu gemischten Papieren und Kartons. Festigkeit und Art des Abfalls sowie die Nachfrage bestimmen den Preis.

Wiedergewonnene Papiere und Kartons werden klassifiziert. Die europäische Liste der Altpapier-Standardsorten (EN 643) ist ein europäischer Standard, der verschiedene Sorten von wiedergewonnenem Papier auflistet, einschließlich Karton. Die europäische Richtlinie über Abfälle (2008/98/EC) führte ein Verfahren ein zur Bestimmung von Kriterien für das Ende der Abfalleigenschaft. Der Abfallstrom muss diese Kriterien erfüllen, damit Abfallprodukte vom Status des Abfalls in den eines Nebenprodukts wechseln. Die technischen Kriterien für Papier- und Kartonabfälle müssen noch festgelegt werden.

Fasern können nicht unendlich recycelt werden

Wie oft eine Faser recycelt werden kann, hängt von der ursprünglichen Frischfaser ebenso ab wie von Verarbeitung und Einsatz sowie Nutzung der daraus entstandenen Papier- und Kartonprodukte. Labortests haben ergeben, dass Fasern fünf bis sieben Mal recycelt werden können.

Durch Verringerung der Länge und der Bindung zwischen den Fasern verlieren recycelte Fasern im Recyclingprozess Kraft – Fragmente von Fasern werden während der Wiederverarbeitung zu Schlamm. Um die Festigkeit des recycelten Papiers und Kartons zu erhalten, müssen Frischfasern hinzugefügt werden.

Einige Produkte entfernen die Fasern aufgrund ihrer Art zur Gänze aus dem Kreislauf. Dazu gehören archiviertes gedrucktes Material, Buchumschläge, Zigarettenpapier und Hygienepapiere. Der Anteil an nicht sammelbarem und nicht recycelbarem Papier wird auf etwa 19 % des gesamten Papierverbrauchs geschätzt, sodass das theoretische Maximum der Papiersammlung bei 81 % statt 100 % liegt. Je näher die Sammlung diesem Prozentsatz kommt, desto geringer sind ökologische und ökonomische Vorteile.

Qualität und Quantität des Flusses an gebrauchtem Papier und Karton zu erhalten, ist wichtig für die Nachhaltigkeit der Recyclingindustrie.

Ökodesign für Recycling

Gute Recyclingfähigkeitvon gebrauchten Papierprodukten hängt von gutem Ökodesign ab.

Druckfarbenhersteller bieten zum Beispiel Farben aus erneuerbaren und recycelbaren Ressourcen wie Soja, Pflanzenöl und Stärke an, und Drucker gewinnen zunehmend Farben und Lösemittel wieder und recyceln sie.

Über die Einsparung von neuem Material hinaus strebt Ökodesign danach, die Recyclingfähigkeit von Karton zu verstärken. Dies hat viele ökologische Vorteile:

  • Optimierung des Einsatzes natürlicher Ressourcen
  • Erhöhung der Qualität des Zellstoffs
  • Optimierung der Sammelsysteme
  • Verringerung von Abfall und nicht recycelbaren Komponenten