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Ressourceneffizienz

Wasserverbrauch

Wasserverbrauch

Der effiziente Einsatz von Wasser ist von wachsender Bedeutung für die Papierindustrie

Wasser ist ein essenzielles Element in der Papier- und Kartonerzeugung. Es fungiert als Bindeglied zwischen den Fasern und im Produktionsprozess, es wird benötigt für Transport, Reinigung, als Lösungsmittel, Energieträger in Form von Dampf und in den Kühleinheiten.

Wasser wird normalerweise aus einer nahen Oberflächenquelle wie einem See oder Fluss entnommen. 95 % des in der Industrie eingesetzten Wassers werden vor Ort gereinigt und wiederverwendet. Das gesamte Abwasser wird im Werk nach europäischen Richtlinien und Standards gereinigt, bevor es in die Umwelt entlassen wird. 2012 führte die Zellstoff- und Papierindustrie der CEPI-Mitglieder 92,3 % des Oberflächenwassers in die Umwelt zurück, und zwar sauberer als zuvor.

Die Hauptwasseremissionen aus der Produktion von Zellstoff und Papier gehören zu den Klassen COD (Chemischer Sauerstoffbedarf), BOD (Biochemischer Sauerstoffbedarf) und AOX (Adsorbierbare Organisch gebundene Halogene). Aufgrund von besserem Qualitätsmanagement und besserer Reinigungstechnik gehen sie in Europa laufend zurück.

Die Unternehmen arbeiten seit vielen Jahren daran, den Einsatz von Prozesswasser zu reduzieren, weil dies sowohl ökonomisch wie ökologisch sinnvoll ist. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ging der Trend in Richtung Verminderung der Frischwasserentnahme um 20 %.

Die CEPI (Confederation of European Paper Industries) hat für ihre Mitgliedsunternehmen Instrumente entwickelt, um ihren Wasserverbrauch zu messen. Im Jahr 2012 entnahm die Zellstoff- und Papierindustrie der CEPI-Mitgliedsländer annähernd 3,71 Millionen Kubikmeter Wasser aus Oberflächen- und Grundwasserquellen, von denen 92,3 % dem Oberflächenwasser rückgeführt wurden, und zwar sauberer als zuvor.

Für nähere Informationen: www.cepi-sustainability.eu

 

Water Footprint

Derzeit werden Erfassungsmethoden entwickelt, darunter auch ein ISO-Standard, um global harmonisierende Regeln sicherzustellen.

In der Diskussion definiert das Water Footprint Network den Water Footprint als „das gesamte Volumen an Frischwasser, das verwendet wird, um die Güter und Dienstleistungen zu erzeugen, die von Einzelnen oder der Gemeinschaft konsumiert oder von Unternehmen erzeugt werden.“

Wasserbilanzen unterscheiden zwischen:

  • Entnahme von Wasser aus Flüssen, Seen und wasserführenden Schichten (Oberflächen- und Grundwasser) für den Einsatz in der Industrie („blaues Wasser“),
  • Regenwasser für die Landwirtschaft („grünes Wasser“)
  • Wasser aus der Industrie („graues Wasser“).

Die Berechnung des Fußabdrucks von „grünem Wasser“ ist für Produkte auf Papierbasis von besonderer Bedeutung, denn dabei geht es um die Beziehung zwischen dem Rohmaterial aus den Wäldern und dem Regenwasser. Derzeit läuft eine Diskussion über die Abgrenzung eine „grünen“ Water Footprint, doch die CEPI (Confederation of European Paper Industries) ist der Ansicht, dass zwischen der Wasserbilanz von Wäldern und dem Waldanteil eines Water Footprint von Produkten auf Papierbasis klar unterschieden werden muss.

Der Anteil eines grünen Water Footprint an einem Produkt auf Papierbasis sollte enthalten:

  • den Unterschied zwischen dem Wasserhaushalt eines unbewirtschafteten Waldes (oder eines für andere Zwecke bewirtschafteten Waldes) und einem Wald, der als Quelle für Produkte auf Papierbasis genutzt wird.
  • den Anteil des Waldes, der tatsächlich geerntet wird, und davon jenen Teil, der zur Herstellung von Produkten auf Papierbasis genutzt wird (die Industrie benötigt nur Bäume mit geringem Durchmesser und Ausdünnungen, andere Nutzer sind die Holzindustrie und die Biomasseindustrie).
  • die Bedeutung des Recycling von Produkten auf Papierbasis einschließlich der Kartonverpackungen. Fasern aus Karton können fünf bis sechs Mal recycelt werden, ohne das Wasser im Wald zu belasten.

Allgemein wird anerkannt, dass ein Water Footprint nicht wie ein Carbon Footprint ist. Ein Water Footprint bezieht sich immer speziell auf Zeit und Ort, an dem der jeweils gemessene industrielle Prozess stattfindet. Indikatoren, die nur das Volumen des eingesetzten Wasser erfassen, sind potenziell irreführend, weil sie den Einfluss auf die örtliche Umwelt nicht korrekt wiedergeben. Ein Water Footprint sollte daher deutlich unterscheiden:

  • die „blauen“ und „grauen“ Komponenten auf Werksebene
  • den Nettoeinfluss auf das Wasser in den Wäldern („grünes Wasser“)

 

Der Water Footprint von Faltschachteln

Die wichtigsten Parameter des Water Footprint von Faltschachteln sind die Stärke des verwendeten Kartons und die Art der gewählten Druckfarbe.