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Ressourceneffizienz

Erneuerbare natürliche Ressource

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Die ursprüngliche Ressource für die Kartonverpackungsindustrie sind die europäischen Wälder

In Europa sind etwa 37 % des Landes bewaldet. Europa hat über 16 Millionen private Waldbesitzer, nur 4 % der europäischen Wälder sind im Besitz von Papierunternehmen. Die waldreichsten Länder sind Finnland und Schweden, mit 72 bzw. 66 % der Fläche.

Der weitaus größte Teil des Holzes in der europäischen Papier- und Kartonindustrie stammt aus europäischen Wäldern, das meiste andere aus Russland. Die Wälder Europas sind groß genug, um alle benötigten Fasern auf nachhaltiger Basis zu liefern.

Die Waldfläche in Europa nimmt zu, nicht ab. Jedes Jahr wächst mehr Holz nach, als geerntet wird – was einer Fläche von 1,5 Millionen Fußballfeldern entspricht. Die Waldflächen Europas wachsen: von 2005 bis 2010 um 512.000 Hektar. Die Wälder sind heute um 30 % größer als in den 1950er-Jahren.

Kein tropischer Regenwald wird zerstört, um Papier oder Karton zu erzeugen.

Die Papier- und Kartonindustrie setzt kein Holz aus tropischen Regenwäldern ein. Dieses Holz ist technisch gar nicht geeignet. Die wahre Bedrohung der Regenwälder entsteht durch den Hunger nach Land. Jedes Jahr werden weltweit etwa 12 Millionen Hektar Wald für Landwirtschaft und Brennholz geschlägert – in den weniger entwickelten Teilen der Welt.

Die Hauptlieferanten von Holzfasern für Karton sind Wälder in Schweden, Finnland, Frankreich, Deutschland und Polen. Eine aktuelle Studie des schwedischen Umweltforschungsinstituts IVL hat festgestellt, dass diese Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden.

 

Wird das von europäischen Wäldern bedeckte Land nachhaltig genutzt?

In den Worten des in Helsinki 1993 unterzeichneten europäischen Abkommens ist nachhaltige Forstwirtschaft die „Behandlung und Nutzung von Wäldern und Waldflächen auf eine Weise und in einem Ausmaß, dass deren biologische Vielfalt, Produktivität sowie deren Fähigkeit, die relevanten ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen gegenwärtig und in der Zukunft zu gewährleisten, auf lokaler, nationaler und globaler Ebene erhalten bleiben, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen“.

Nach dieser Definition sind die von der Papier- und Kartonindustrie genutzten eruopäischen Wälder nachhaltig. Sie sind nicht nur eine erneuerbare Ressource, sondern ihr Zuwachs übertrifft jährlich das geerntete Holz um eine Fläche, die 1,5 Millionen Fußballfeldern entspricht. Wälder bieten natürlichen Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Sie bewahren die Biodiversität, und tragen erheblich zur Erhaltung der Artenvielfalt der Welt bei.

 

Nachhaltige Forstwirtschaft

Die europäische Forstindustrie hat die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung übernommen und praktiziert nachhaltige Forstwirtschaft. Dazu gehören

verbindliche Gesetze und Vereinbarungen:

  • nationale Gesetze und Richtlinien
  • EU-Gesetzgebung
  • Internationale Vereinbarungen wie die Biodiversitätskonvention

freiwillige Maßnahmen

  • Unternehmensgrundsätze, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen
  • forstwirtschaftliche Zertifizierungen

eigene Management-Ziele der Eigentümer

  • unterschiedliche Praxis in verschiedenen Ländern und Regionen und unter verschiedenen Umständen

 

Forstbesitzer können nachweisen, dass ihre Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden

Forstbesitzer, die zeigen möchten, dass ihre Managementpraxis einem bestimmten Standard entspricht, können bei unabhängigen Auditing-Organisationen um eine Überprüfung ihrer Arbeit ansuchen.

Es gibt Reihe von „Forst-Zertifizierungs“-Programmen, unter denen zwei führend sind:

  • PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Systems)
  • FSC (Forest Stewardship Council)

Die zertifizierten Waldformen der beiden Programme überschneiden sich, doch wird das Modell des FSC allgemein auf große Waldgebiete angewendet, wie sie für Staaten und industrielle Besitzer typisch sind, das PEFC meist auf kleinere Wälder im Privat- oder Familieneigentum.

Weitere Informationen und Anforderungen für PEFC und FSC-Zertifizierungen finden sie auf deren Webseiten:
www.fsc.org
www.pefc.org

 

Die wichtigsten Punkte bei der Zertifizierung der Waldbewirtschaftung

  • Die Zertifizierung überprüft, ob der Wald nach bestimmten Bearbeitungsrichtlinien bewirtschaftet wurde
  • Die Waldzertifizierung kann Waldbewirtschaftung, Plantagenmanagement und in Zukunft auch Energie aus Biomasse umfassen.
  • Die Standards der Waldbewirtschaftung sind länderspezifisch und die Anforderungen sind weltweit unterschiedlich, sodass manche Programme für Waldbesitzer attraktiver sind als andere.
  • Ein spezielles Logo kommuniziert die nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Daten der europäischen Papierindustrie zeigen:

  • 99,9 % der europäischen Wälder, die im Besitz von Unternehmen stehen oder von ihnen geleast werden, sind von unabhängigen Waldzertifizierungsprogrammen zertifiziert (2008 waren es noch 82 %).
  • 64,6 % von Rundholz, Chips und Sägemehl, die an Fabriken von Unternehmen in Europa geliefert wurden, stammen aus waldwirtschaftlich zertifizierten Quellen (2008 waren es noch 56 %).

 

Aufsichtskette („Chain of Custody“-): Überwachung der Herkunft des Rohmaterials in jeder Phase des Produktionsprozesses

Um zu demonstrieren, dass das Holz für ihre Produktion aus zertifizierten Wäldern stammt, benötigen Hersteller und Händler von Forstprodukten ein „Chain of Custody“-Zertifikat.

Diese Zertifizierung wird durch Dritte verifiziert. Nur wenn die gesamte Wertschöpfungskette zertifiziert ist, können die Endprodukte mit einem Siegel und einer entsprechenden Erklärung auf den Begleitdokumenten verkauft werden.

Für Holzprodukte wie Karton stellt eine „Chain of Custody“-Zertifizierung sicher, dass das in jeder Phase der Produktion eingesetzte Holz aus Wäldern stammt, die als nachhaltig bewirtschaftet zertifiziert sind. Es ist nur gültig, wenn jede Stufe der Wertschöpfungskette überprüft wurde.

Für Markenartikler und Händler besteht der Wert darin, dass sie ihre Kartonverpackung mit einem Siegel versehen können, das die Herkunft aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bezeugt. So gewinnen sie Glaubwürdigkeit in Umweltfragen, wenn die Konsumenten ihre Auswahl treffen.