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Ressourceneffizienz

Der Einsatz von Rohmaterial

Sammlung_und_Recycling

 

Einführung

Der Einsatz von Rohmaterial als Ressource umfasst lebende (biotische) und nicht lebende (abiotische) Materialien.

Im Zusammenhang mit den Ressourcen, die für Kartonverpackungen gebraucht werden, sind Holzfasern das biotische Material, das als Rohmaterial für Karton benötigt wird – eine erneuerbare Ressource.

Abiotisches Material ist die fossile Energie aus Kohle- und Gasverbrennung, aber auch die Mineralstoffe, die für die Karton- und Faltschachtelerzeugung verwendet werden. Diese Ressourcen sind nicht erneuerbar, und die Industrie engagiert sich dafür, den Einsatz dieser Ressourcen zu reduzieren und/oder sie durch erneuerbare oder umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Grundsätze des Ökodesigns führen bei der Herstellung eines Produkts zum effizienten Einsatz von Ressourcen. Man sollte darüber hinaus an die Materialien am Ende des Lebenszyklus denken. Karton kann dort als sekundäres Rohmaterial zur Ressource werden, recycelt werden oder als Energiequelle dienen, wenn sie zu einer Verbrennungsanlage geschickt werden, wo die Energie zurückgewonnen werden kann.

 

Erneuerbares Rohmaterial: Holzfasern aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern

Wälder haben viele Funktionen: ökologisch, ökonomisch und sozial. Sie schaffen Arbeitsplätze, Einkommen und Rohmaterialien für die Industrie und für erneuerbare Energie. Wälder bedecken etwa 175 Millionen Hektar oder über 37 % der Landmasse der EU.

Die europäischen Wälder, die von der Papier- und Kartonindustrie genützt werden, sind nachhaltig. Sie sind nicht nur eine erneuerbare Ressource, ihr Wachstum übersteigt auch Jahr für Jahr die Erntemenge, und zwar um eine Fläche, die 1,5 Millionen Fußballfeldern entspricht. Die Wälder Europas wachsen: um 512.000 Hektar von 2005 bis 2010. Sie sind heute um über 30 % größer als in den 1950ern.

Die Hauptlieferanten von Holzfasern für Karton sind Wälder in Schweden, Finnland, Frankreich, Deutschland und Polen. Eine aktuelle Studie des schwedischen Umweltforschungsinstituts IVL hat festgestellt, dass diese Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden.

 

Erneuerbare Energie: Produkte auf Biobasis

Die chemische Zellstofferzeugung aus Holzfasern führt zu einem Nebenprodukt, das als Energiequelle für den Erzeugungsprozess dient. In integrierten Kartonfabriken, wo sowohl Zellstoff wie auch Karton hergestellt werden, werden aus den Holz-Nebenprodukten Elektrizität und Dampf für den Produktionsprozess erzeugt. Diese Energiequellen sind daher erneuerbar und nachhaltig.

Die europäische Papier- und Kartonindustrie ist der größte Produzent und Verbraucher von Energie aus Biomasse – 20 % Anteil in der EU – und vermeidet auf diese Weise den Einsatz nicht erneuerbarer Ressourcen wie Öl, Kohle und Gas. Der Anteil der Biomasse am gesamten Primärenergieverbrauch in der europäischen Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie lag 2013 bei 56 %.

Kartonerzeuger tragen erheblich zu diesen Verbesserungen bei. Derzeit investiert die Kartonindustrie in Anlagen, die Emissionen aus fossilem Kohlenstoff vollständig vermeiden und die Energieversorgung von fossilen Brennstoffen wie Erdgas auf Biobrennstoffe umstellen. Die gesamte Produktion wird dann durch Biobrennstoffe getrieben, und die Anlagen werden bei Elektrizität und Energie in Form von Dampf autark sein.

Über 95 % der europäischen Zellstoff-, Papier- und Kartonerzeuger haben Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen installiert, die hauptsächlich Biomasse und Erdgas einsetzen. Die gemeinsame Produktion von Elektrizität und Wärme spart etwa 30 bis 35 % Brennstoff gegenüber getrennter Erzeugung.

 

Biomasse – Papier- und Kartonerzeugung oder Energiegewinnung?

Auf den ersten Blick scheint es am einfachsten, den Bedarf an Energie zu befriedigen, indem man Strom für ein nationales Stromnetz durch das Verbrennen von Holz erzeugt. Doch das ist weder effizient noch nachhaltig, denn es würde den Wald belasten und mehr kosten. Holz als Rohmaterial für die Papier- und Kartonindustrie erzeugt viermal mehr Wert und erhält sechsmal mehr Arbeitsplätze als der Energiesektor, wenn er Holz verbrennt.

 

Ökodesign und die Recycelbarkeit von Faltschachteln

Ökodesign ist ein wichtiger Aspekt der Ressourceneffizienz, es hilft Abfall zu verringern und Recycelbarkeit zu erhöhen.

Die Hierarchie im Abfallmanagement ist ein entscheidender Treiber der Ressourceneffizienz und Abfallvermeidung steht in der Hierarchie ganz oben. Die Abfallmenge aus der Produktion von Kartonverpackungen zu reduzieren steht seit vielen Jahren im Zentrum der Anstrengungen der Industrie, die schon lange die ökonomischen und ökologischen Vorteile der Abfallvermeidung erkannt hat.

Die ökologischen Vorteile der Wiedergewinnung von Papier und dessen Einsatz als sekundäres Rohmaterial sind klar erkannt, und die Kartonerzeuger arbeiten daran, seinen Einsatz zu optimieren und so Abfall zu vermeiden. Größere Effizienz bei der Aufbereitung durch moderne Technologien hat zu verstärkter Rückgewinnung recycelter Fasern um mehrere tausend Tonnen pro Jahr geführt sowie zur Verringerung von Ausschuss aus dem Produktionsprozess.

Ein zweiter Aspekt ist die die Vermeidung von Abfall durch leichtere Materialien und den Einsatz eines Minimums an Material, das benötigt wird, um ein Produkt für seinen Zweck geeignet zu machen.

Kartonerzeuger arbeiten seit vielen Jahren daran, ihre Produkte leichter zu machen. So ist zum Beispiel eine typische Verpackung für tiefgefrorenen Fisch heute um 20 % leichter als in den 1970ern (Quelle: INCPEN).

Die Kartonerzeuger arbeiten auch laufend daran, die Menge an eingesetztem Material zu reduzieren. Durch kluge Designlösungen konnten bereits erhebliche Einsparungen erzielt werden, zum Beispiel an den Klappen von Keksschachteln.

Gute Recycelbarkeit von gebrauchten Papierprodukten wie Faltschachteln hängt von gutem Ökodesign ab. Planung und Designphase von Faltschachtellösungen tragen erheblich zur Abfallvermeidung bei. Im Idealfall beginnt das Verpackungsdesign zugleich mit dem Produktdesign, sodass sie zusammenarbeiten können.

Ein Schlüsselfaktor für gutes Ökodesign ist auch die sachkundige Auswahl von Hilfsmaterialien wie Farben und Beschichtungen. Farbenhersteller setzten zum Beispiel vermehrt auf erneuerbare und recycelbare Ressourcen wie Soja, Pflanzenöl und Stärke und unterstützen Drucker bei der Wiedergewinnung und beim Recycling von Farben und Lösungsmitteln. Bogendruckfarben enthalten bis zu 100 % erneuerbare Pflanzenöle und bieten so erhebliche Vorteile, etwa die Reduktion von Emissionen aus flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und des Energieverbrauchs durch schnelles Einstellen oder verringerten Papierverbrauch durch raschen Druckstart.

 

Wiedergewinnung und Recycling von Faltschachteln: Abfall als Ressource

Zur Wiedergewinnung gehören das Sammeln von Altpapier und Altkarton sowie die Lieferung an eine Verarbeitungsanlage. Auch der Recyclingprozess kann gemeint sein.

Recycling ist die Wiederverarbeitung von wiedergewonnenem Papier und Karton, es umfasst auch die Kompostierung. Recycling ist die die Verarbeitung eines Produkts, das seine ursprüngliche Funktion erfüllt hat, zu nützlichem neuen Material.

Werden Faltschachteln nach Gebrauch weggeworfen und zu einem Teil des Stroms von Verpackungsabfall, können sie recycelt werden indem in der Wiederverarbeitung ihre Fasern wieder voneinander getrennt werden. Aus den wiedergewonnenen Fasern werden Karton oder andere Papier- und Kartonprodukte erzeugt. Etwa 60 % der Faltschachteln in Europa werden aus recyceltem Karton hergestellt. Im Jahr 2011 erzielten Papier und Karton eine Recyclingrate von 81,3 % und waren damit gemäß CEPI (Confederation of European Paper Industries) das am meisten recycelte Material in der EU.

Alternativ können Faltschachteln kompostiert werden, ein Vorgang, der auch als „organisches Recycling“ bekannt ist. Karton eignet sich ideal zur Kompostierung, weil Zellstofffasern biologisch abbaubar sind. Das bedeutet, dass Bakterien sie mithilfe von mikrobiellen Enzymen in natürliche Substanzen zerlegen und dadurch Kohlendioxid, Wasser und Kompost (Humus) erzeugen.

Können Faltschachteln aus technischen oder Reinheitsgründen nicht mehr recycelt werden, kann die in ihnen enthaltene Energie in einer Müllverbrennungsanlage wiedergewonnen werden.

Damit Recycling stattfinden kann, muss der Verpackungsabfall wiedergewonnen, also gesammelt und einer entsprechenden Anlage zugeführt werden. Abfall, der während der Produktion entsteht, ist relativ leicht wiederzugewinnen, zum Beispiel Verschnitt aus der Karton- und Faltschachtelerzeugung. Doch der meiste Karton wird gemeinsam mit allen anderen Papierprodukten in der Gesellschaft verteilt, und für die Wiedergewinnung wird eine spezielle Infrastruktur benötigt. Er kann entweder zu Hause getrennt oder an einem anderen Entsorgungsort, gesammelt oder zu einer Sammelstelle getragen werden. Die größten Anteile an der Papiersammlung haben im Allgemeinen Handel und Industrie mit 50 %, Haushalte mit 40 % und Büros mit 10 %. Wachstumspotenzial gibt es noch von den Haushalten, industrielle Quellen sind zum größten Teil bereits ausgenützt.

Voraussetzung für wachsende Sammlung von verwertbarem Papier und Karton in Haushalten ist die Qualität der Sammelsysteme. Getrennte Sammlung erhöht die Qualität des wiedergewonnenen Papiers.

 

Abiotisches Material

Für nähere Informationen über fossile Energie und den Umwelteinfluss von Mineralstoffen aus der Erzeugung von Papier und Karton gehen Sie bitte zum Menüpunkt Carbon Footprint.