2014-02-27

Sag es mit Karton

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Während der europäische Markt für industriell gefertigte Schokolade weitgehend gesättigt scheint, rechnet die Branche mit steigenden Verkaufszahlen aus dem Export sowie mit neuen Herausforderungen im hohen Qualitätsbereich. In Europa bietet nur noch der Premium-Markt echte Wachstumschancen – fast durchwegs mit entsprechender Verpackung aus Karton.

Seit etwa drei Jahren teilt sich für die Schokoladenbranche der Markt. Vor allem die großen Hersteller stehen vor dem Problem, dass es kaum noch Umsatzsteigerungen geben wird. Und der Markt ist sehr preissensibel, Preiserhöhungen gestalten sich schwierig, will man nicht Marktanteile verlieren.

Außerdem steigen die Preise für wichtige Zutaten. Der Zuckerpreis in der EU stieg von 2008 bis 2013 von 600 auf 730 Euro. Die Weltmarktpreise für Kakao pendelten zwischen 2.000 und 3.800 Dollar pro Tonne. Bei Haselnüssen – hinter Kakao der zweitteuerste Rohstoff – sieht es kaum besser aus. Binnen drei Jahren haben sich die Preise verdoppelt.

Martin Dowideit vom “Handelsblatt” meint: “Schokolade ist eine Ware, die auf Impuls gekauft wird. Sie steht nicht auf dem Einkaufszettel, doch die Verpackung verführt.” Im weltweiten Verbrauchsranking liegen die Schweiz, Großbritannien und Deutschland an der Spitze – Weltmeister sind die Schweizer, sie verzehren jährlich 11,9 Kilogramm Schokolade pro Kopf.

Kein Wunder, dass die Eidgenossen den wahren Wert der Delikatesse frühzeitig erkannt haben. Mit feinsten Pralinés, Lindor- und Excellence-Produkten ist Lindt & Sprüngli weltweit führend bei Premium-Schokolade und in mehr als 100 Ländern präsent. Bereits 2004 hat Lindt die Trendwende bei Tafelschokolade vom Ramschprodukt hin zum “kleinen Luxus” eingeleitet. Seither gibt es viele Nachahmer.

“Vor allem unsere Serie Excellence mit einem Kakaoanteil von 70 Prozent und mehr hat geradezu reißenden Absatz gefunden”, sagt Lindt-Manager Adalbert Lechner. “Lindt Schokolade ist der kleine Luxus im Alltag, mit dem sich die Menschen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten belohnen.” Dieses mittlere Segment um Marken wie Lindt, Suchard, Hussel oder Hachez wird wie das Premium-Segment fast ausschließlich in Karton verpackt. “Es gibt vier Gründe für die Verwendung von Karton zur Verpackung von Premium-Schokolade”, meint Marie-Eugénie Barrelet von Villars Maître Chocolatier: “die Verpackungskosten, die Nachhaltigkeit, die Druckqualität und die schnelle Entwicklung.”

Qualität im Vormarsch
Schokolade aus dem Hochpreis-Segment erzielt ein deutlich höheres Wachstum als Massenprodukte, sagt der Schweizer Nahrungsmittel-Berater James Amoroso: “Der Trend dürfte anhalten, weil immer mehr Leuten bewusst wird, dass Schokolade bei besonderen Gelegenheiten und nicht in rauen Mengen konsumiert werden sollte.”

Von neuen Möglichkeiten auf dem Schokolade-Markt profitieren besonders Spezialitätenhersteller und Manufakturen. Der Neuling “myswisschocolate” beispielsweise, erst 2010 gegründet, hat bereits 100.000 Kunden in 32 Ländern, die online bestellen. Auf myswisschocolate.ch kann man Schokoladen nach verschiedensten Rezepturen bestellen, persönliche Kreationen anfertigen lassen und auch die Verpackung selbst auswählen – natürlich aus Karton. “Anstatt Massenware verlangen die Konsumenten einzigartige Produkte, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen”, sagt Gründer Sven Beichler. “Die Leute sind bereit, für ein erstklassiges, individuelles Produkt zu bezahlen.”

Dolfin und Pierre Marcolini in Belgien, Coppeneur oder Wagner in Deutschland, Damian Allsop oder Willies Cacao in England, Michel Cluizel, Jean-Paul Hévin, La Maison du Chocolate, Patrick Roger oder Valrhona in Frankreich, Domori oder Stainer in Italien, Xocolat oder Zotter in Österreich, und Lindt & Sprüngli oder Villars in der Schweiz: Der Premium-Bereich wächst, immer mehr Hersteller konzentrieren sich auf höchste Qualität. Darüber hinaus wird mit außergewöhnlichen Zutaten experimentiert, etwa Bergkäse oder Chili, Hanf mit Mokka, Himbeerbrand, Kaffee-Pflaumen mit Speckkrokant oder Kombinationen mit fernöstlichen Gewürzen. Aber alle haben sie eines gemeinsam: Karton ist die Verpackung der Wahl.

www.finanzen.net
www.handelsblatt.com
www.sg-network.org
www.swissinfo.ch

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