2018-03-13

Gespräch mit dem neuen Präsidenten der ECMA

Pro Carton hat den neuen ECMA-Präsidenten zu einem Interview für einen Beitrag zu „Folding Carton Industry“ eingeladen. Jean-François Roche ist Vice President Sales, Consumer Packaging Europe bei Graphic Packaging International – ein überschwänglicher Franzose mit einer klaren Vorstellung, wie er die ECMA ins kommende Jahrzehnt führen möchte. Hier eine gekürzte Fassung des Gesprächs:

„Die ECMA vertritt 500 Faltschachtelproduzenten aus dem gesamten EWR, dazu gehören dem Volumen nach 70 Prozent des gesamten europäischen Faltschachtelmarktes und aktuell rund 45.000 Mitarbeiter.
Die ECMA ist sehr zuversichtlich, was die Entwicklung der europäischen Faltschachtelindustrie derzeit und in naher Zukunft angeht. Eine zunehmende Nachfrage der Konsumenten nach nachhaltigen Verpackungslösungen verleiht Faltschachtelherstellern eine starke Position, was wiederum die Innovation in der Verpackungsentwicklung vorantreibt.

In den Jahren 2015 und 2016 war die Industrie stabil, 2017 folgte ein ermutigendes Wachstum der Branche von etwa 2,5 Prozent. Dieses zeigt 2018 keine Anzeichen der Verlangsamung, es scheint sich sogar zu beschleunigen, weil viele Endabnehmer einen Wechsel zu Karton in Betracht ziehen, um Nachhaltigkeitsinitiativen zu unterstützen. Die Nachfrage nach Faltschachteln wächst am stärksten in den Bereichen Food to Go, Frischprodukte sowie Gesundheit und Beauty.

Um den Erfolg jedoch langfristig zu festigen, vor allem in Anbetracht der wachsenden Aufmerksamkeit für Verpackungen und ihre Positionierung als wertvolle Ressource in den Medien, müssen die Hersteller gemeinsam mit den Regierungen und der Recyclingindustrie daran arbeiten, die Öffentlichkeit in Verpackungsfragen zu erziehen und Investitionen in eine verbesserte Wiederaufbereitungsinfrastruktur für Abfälle anzuregen.

Die Verpackung steht grundsätzlich im Rampenlicht, daher müssen wir den positiven Beitrag unserer Industrie deutlich machen. Verschiedene Aktivitäten sind hilfreich und nötig: Wir müssen die getrennte Abfallsammlung unterstützen, die Jugend über den Wert von Karton und Verpackung informieren und Richtlinien für Gestaltung und Gebrauch von Faltschachteln bereitstellen.

Bei Nachhaltigkeit geht es um so viel mehr als um Recycelbarkeit. Anstatt zu versuchen, ein Material durch ein anderes zu ersetzen, sollte der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Infrastruktur zur Wiederverarbeitung von Abfall und auf dem Einsatz der richtigen Substrate für die richtigen Anwendungen liegen. Eine stärkere Weiterbildung von Öffentlichkeit und Medien zu diesen Themen ist entscheidend für den Erfolg von Nachhaltigkeitsinitiativen.

Eine Zusammenarbeit zwischen den Herstellern aller Materialen der gesamten Verpackungsindustrie, den Regierungen und der Recyclingindustrie ist ebenfalls wichtig, um die europäische Nachhaltigkeitssituation insgesamt zu verbessern und sich gemeinsam mit starker Stimme für Infrastrukturinvestitionen einzusetzen.

Mit meiner Position bei der ECMA würde ich gern dazu beitragen, dass Karton bei nachhaltigen Verpackungen führend wird. Den Konsumenten soll eine positive Alternative geboten werden, keinesfalls eine Lösung die nur „das geringere Übel“ ist. Darüber hinaus möchte ich mich dafür einsetzen, dass die ECMA für alle Faltschachtelhersteller da ist und die Stimmen lokaler, indirekter Mitglieder gehört werden.


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