2018-03-13

Die EU-Regierungen verabschieden neue Regeln für Abfall

Die EU-Botschafter haben der provisorischen Vereinbarung über neue Abfallregelungen zugestimmt, die im Dezember zwischen der estnischen Präsidentschaft und dem Europäischen Parlament erzielt wurde.
Das Verpackungspaket der EU umfasst vier legislative Vorschläge, die sich mit Deponie-Zielen, Abfallrecycling-Zielen, Verpackungsrecycling-Zielen und Zielen für alle Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung befassen.
Die EU-Kommission hatte die Vorschläge ursprünglich im Dezember 2015 auf den Tisch gelegt. Sie bilden den legislativen Kern des Kreislaufwirtschaftspakets der EU.
Die EU-Botschafter unterstützen die Vorschläge des Parlaments, dass Mitgliedsstaaten bis 2030 60 Prozent ihres kommunalen Abfalls und 70 Prozent aller Verpackungen recyceln müssen. Diese Ziele liegen 5 Prozent unter den ursprünglichen Abfall- und Verpackungszielen, die die Kommission 2015 vorgesehen hatte. Die neuen Abfallregeln verpflichten alle Behörden, Recycling-Raten am Beginn des letzten Recycling-Prozesses zu messen.
Die Vereinbarung sieht auch strengere Anforderungen für die getrennte Abfallsammlung vor sowie eine verstärkte Implementierung der Abfallhierarchie mithilfe ökonomischer Instrumente und zusätzlicher Maßnahmen zur Abfallvermeidung für Mitgliedstaaten.
Ab dem 1. Januar 2025 müssen Mitgliedstaaten getrennte Sammlungen für Textilien und gefährlichen Abfall von Haushalten einrichten. Darüber hinaus müssen sie bis zum 31. Dezember 2023 sicherstellen, dass Bioabfall entweder getrennt gesammelt oder am Herkunftsort recycelt wird.
Nachdem die Regelungen jetzt formal verabschiedet wurden, wird die neue Gesetzgebung dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt und dann der EU-Kommission zur endgültigen Einführung übergeben.

Kreislaufwirtschaft und die Kunststoffstrategie der EU

Die Delegierten der Stakeholder-Konferenz der Europäischen Kommission wurden im vergangenen Monat darüber informiert, dass die Kreislaufwirtschaft der EU sich zwar in die richtige Richtung entwickelt, aber nicht schnell genug.
Sowohl der Erste Vizepräsident der Kommission Frans Timmermans als auch der Umweltkommissar Karmenu Vella erklärten, die Exekutive der EU habe bereits 80 Prozent der Maßnahmen ihres 2015 präsentierten Aktionsplans für eine Kreislaufwirtschaft umgesetzt.
Timmermans betonte allerdings, dass Europäische Parlamentswahlen demnächst bevorstünden und „wir noch ein Jahr Zeit haben, diese Arbeit abzuschließen“. Die Delegierten auf der Konferenz wurden aufgefordert, untereinander darüber zu diskutieren, „wie man diesen Prozess so schnell und effizient wie möglich voranbringen könnte“.
Die Konferenz untersuchte auch die kürzlich verabschiedete Kunststoff-Strategie der EU, die darauf abzielt, sämtliche Plastikverpackungen auf dem europäischen Markt bis 2030 recycelbar zu machen.
Luc Bas, der Direktor des Brüsseler Büros der „International Union for the Conservation of Nature“, stimmte Timmermans’ Aufruf zu, dass die Kreislaufwirtschaft in der EU stärker vorangetrieben werden müsse, und betonte den Sinn für Dringlichkeit bei der Thematik.
Aloys Guitton, CSR-Direktor des französischen Einzelhändlers Auchan, forderte, dass die EU ihre Informationskampagne verstärken sollte, um den Menschen den Begriff der Kreislaufwirtschaft näherzubringen. Er sagte, viele Stakeholder im Handel würden den Begriff noch nicht verstehen.
Unabhängig davon warnte Timmermans, die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft würde ausgehöhlt, wenn nun, da man die Bürger von der „Extraarbeit“ des Abfallsortierens überzeugt hätte, die neuen Importbeschränkungen in China bedeuten könnten, dass „alles irgendwo im Ofen landet“. Er rief dazu auf, vorrangig daran zu arbeiten, dass die Menschen nicht „entmutigt“ würden.

Report Umweltdaten

Pro Carton wird in diesem Jahr seinen Umweltdatenreport mit einem aktualisierten CO2-Fußabdruck für Faltschachtelverpackungen überarbeiten, der auf neu bearbeiteten ISO-Standards basiert. Unsere unabhängigen Experten werden in Kürze die Daten sowohl von Kartonproduzenten wie Faltschachtelherstellern sammeln, sodass wir den Bericht noch in diesem Jahr veröffentlichen können.
CITPA hat kürzlich die Richtlinien zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Verpackungen auf Papierbasis aktualisiert, die auf der CITPA-Website abrufbar sind: citpa-europe.org/citpa-co2-guidelines-2017
Diese Richtlinien beruhen auf den Rahmenvorgaben zur Berechnung von CO2-Fußabdrücken für Papierprodukte, die CITPA letztes Jahr gemeinsam mit CEPI erarbeitet hat.


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